Willkommen, Nebenjob
Ich habe wohl ab Mitte Januar einen Nebenjob. Also, eine formelle Zusage gab es nicht, aber wenn schon E-Mails mit der Begrüßung „Liebe Kollegen“ eintreffen, dann ist ja alles gut.
Da ich auch nicht zur Geheimhaltung verpflichtet wurde, darf ich vermutlich auch sagen, dass die Welt Online bald zu allen ihren Artikeln Kommentare erlauben wird sowie eine neue Online-Plattform mit diversen Modulen wie Foren, „Leser fragen – Experten antworten“ und dergleichen starten wird, natürlich auch alles kommentierbar und ein Hauch von Web 2.0. Zusammen mit ca. 10 Kolleginnen und Kollegen werde ich da ein bißchen den Aufpasser und Motivator spielen.
Die „Welt“ ist sicher weder die coolste noch eleganteste Tageszeitung, aber man läßt sich auf dieses Online-Experiment ein und läßt das den Verlag auch einiges kosten, ist also ernsthaft an der Einbindung der Leser interessiert.
Natürlich erscheint die „Welt“ beim Axel-Springer-Verlag, wie auch diverse bekannte menschenverachtende Publikationen. Das gefällt mir nicht und ich werde auch darauf achten, ob das dort im Hause eine entscheidende Rolle spielt.
Update: Freundlich zur Vorsicht ratende E-Mails treffen ein. Darf ich sowas schreiben? Ich finde schon. Nutzt die Kommentarfunktion!
December 21st, 2006 at 12:47
Meinem Eindruck nach hast du da wenig zu befürchten. Ich kenne die „Welt“ seit mehr als zwanzig Jahren – mit der Zeitung habe ich Lesen gelernt, noch bevor ich eingeschult wurde (jaha, ich war früher ein kleines Genie!). IMHO gehört sie zu den drei mit Abstand besten überregionalen Tageszeitungen Deutschlands, zusammen mit FAZ und SZ (wobei die FAZ klar der Primus dieser Gruppe ist); und das auch wenn (um nicht zu sagen: obwohl) sie im Hause Springer erscheint. Allmählich nehmen zwar die boulevardesken Anteile zu (diesbezüglich ist das Schwesterblatt WamS besonders schlimm), aber die Zeitung ist trotzdem eine solide und seriöse Informationsquelle. Politische Kampagnen, die es auch gibt, sind bei weitem nicht die Regel, klar als solche erkennbar und bewegen sich auf journalistischem Boden.
Gerade im Online-Bereich halte ich die Welt sogar für absolut vorbildlich, weil sie sich umfangreich online lesen läßt und ein kostenloses Archiv unterhält. Mit dem kürzlich erfolgten Redesign hat sich die Nutzbarkeit IMHO allerdings eher verschlimmbessert. Wie auch immer, auf jeden Fall werde ich die online-Entwicklung weiterhin interessiert verfolgen. Jetzt erst recht.
Und wenn dir die Tätigkeit für den ASV Bauchschmerzen bereitet: Denk einfach daran, daß der Verlag mit dem Geld, das du bekommst, dann woanders keinen Unsinn mehr machen kann.
(P.S.: Bin ich eigentlich der einzige, der beim Begriff „Web 2.0″ schon seit geraumer Zeit spontan Brechreiz bekommt?)
December 21st, 2006 at 13:53
Web 2.0 ist ja nichts Schlimmes, auch wenn sich über den Begriff und was da eigentlich hintersteckt, streiten kann. Klar kommen jetzt die Dotcom-Zombies wieder und kleben auf alles ein neues Etikett, oft ohne wirklich zu verstehen, was die Essenz ist.
Wichtig ist halt, was hinten rauskommt, und da bin ich persönlich mit Sachen wie RSS, Tagging und dem Zusammenführen mehrerer Services über offene Schnittstellen (Mash-up) sehr zufrieden, denn es hilft mir schon sehr, Informationen sinnvoller zu nutzen. Wenn Firmen lernen, dass sie das Internet besser nutzen können als nur als animierten Prospekt, ist das ein Fortschritt, wobei man ganz klar erst mal Denken 2.0 braucht; nur ein neues Logo mit Reflektionseffekt reicht nicht.
Das ist Web 2.0 für mich, nicht etwa, dass ich mir blöde Homevideos jetzt bei YouTube anstelle von RTL2 ansehen kann.
December 22nd, 2006 at 18:35
Sicher, der Inhalt von Web 2.0 (also die Teilnahme des Nutzers bzw. die Möglichkeit dazu statt des reinen Konsums statischer Angebote) ist unzweifelhaft ein Fortschritt. Mich nervt ja auch bloß der Begriff, der wie eine Wolke im Raum herumwabert und von jedem irgendwie anders verstanden und benutzt wird, und zwar auffallend häufig im Sinne eines gänzlich substanzlosen Hypes. Meinem Eindruck nach entwickelt sich der Begriff rasant zu einem ziemlich verläßlichen Deppenindikator (vergleichbar mit dem Wort „Abzocke“ oder dem Binnen-I).
December 30th, 2006 at 11:22
Hallo Phillip,
sie wollen Web2.0 (jaja, Buzzword-Bingo ;-), sie sollen Web2.0 haben..
Soll heißen: Wer nen Blogger anstellt, darf sich nicht wundern, dass er über das, was er tut, bloggt..
Und wer im Axel-Springer-Verlag publiziert, darf sich nicht wundern, dass er dafür auch kritisch beleuchtet wird..
In diesem Sinne: Alles richtig gemacht, weiter so..
Und erzähl denen bloß nicht, dass du Günter Wallraff kennst
July 4th, 2007 at 06:58
[...] Bei welt.debatte.de, der Debattier-Plattform von WELT ONLINE gibt es nebenberufliche Moderatoren. Für die Einhaltung der Netiquette sind also nicht die Redakteure zuständig, sondern (billigere) Laien. Auch eine Möglichkeit, die Kosten für den Austausch mit dem Leser niedriger zu halten. Einer dieser Honorar-Moderatoren plauderte bei dieser Geschichte aus dem Nähkästchen. [...]
November 14th, 2007 at 12:08
[...] Bei welt.debatte.de, der Debattier-Plattform von WELT ONLINE gibt es nebenberufliche Moderatoren. Für die Einhaltung der Netiquette sind also nicht die Redakteure zuständig, sondern (billigere) Laien. Auch eine Möglichkeit, die Kosten für den Austausch mit dem Leser niedriger zu halten. Einer dieser Honorar-Moderatoren plauderte bei dieser Geschichte aus dem Nähkästchen. [...]
November 11th, 2009 at 00:57
hey ho grade sehr kuschelbed?rftig wer will mit mir chatn hab auch ne cam