Archive for May, 2007

Viel Ruhm, wenig Bier

Sunday, May 20th, 2007

Das war ja ganz nett gestern. Auch wenn ich eigentlich keine Lust auf so einen Getränkemurks habe — wenn man schon umsonst auflegt, dann ist es unverschämt, mit einem(!) Freigetränk für den ganzen Abend abgespeist zu werden. Vor allem bei 30 °C Temperatur und stehender Luft. Kollege Wombat hat dann noch diplomatisch für jeden ganze drei kleine Biere/Limos bekommen, aber das Gezeter darum ist schon peinlich.

Ich bediene die Schallplattenspieler im Eel Pie. Foto von Olivia

Danke an Olivia für das Foto.

Live: Electric Warschau @ Eel Pie

Saturday, May 19th, 2007

Heute abend im (mir unbekannten) Eel Pie (Saarbrücker Straße 20/21, U Senefelderplatz): Fabians zweite Band Electric Warschau das erste mal live auf einer Bühne, sowie andere mir unbekannte Menschen namens John Merrick und Marcel Hintze.
Hinterher legen noch mongroove und „weitere“ auf, wie das Plakat verspricht. „Weitere“ sind Phillip und ich.

Dürfen wir Ihnen vorstellen…? Thema: The Dance Inc.

Monday, May 14th, 2007

Heute abend um 20h auf Campusradio Berlin: „Dürfen wir Ihnen vorstellen…?“ mit der Hamburger Band The Dance Inc. Wiederholung am Mittwoch um 21 Uhr.

The Dance Inc.

The Dance Inc. kommen auch aus dem von uns sehr geschätzen Stall des Hamburger Indielabels audiolith und haben vor einigen Tagen ihre neue Platte „Legs & Arms“ veröffentlicht. Wir haben die Jungs interviewt und spielen natürlich auch eine Handvoll ihrer neuen Songs.

Apokalyptische Springreiter

Saturday, May 12th, 2007

Das Thema Nebenjob wollte ich eigentlich hier ganz herauslassen, aber im Moment geht es heiß her bei WELT DEBATTE, wo ich im Moderationsteam arbeite. Grund dafür ist eine nicht gerade zimperliche Polemik des WELT-Kommentarchefs Alan Posener auf Kosten des Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann.

Posener schreibt in seinem Blog Apocalypso auf WELT DEBATTE ja so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Auch in der Zeitung selbst ist er ja als Kommentarchef stärker für meinungsgefärbte Inhalte zuständig als andere. Keine schlechte Sache: Die Textform „Kommentar“ ist ja aus der Presse nicht mehr wegzudenken und viele schlagen sicher auch morgens als erstes die „Seite 3″ (die bei der WELT auf Seite 8 ist) auf. Ein Blog ist für Posener also der ideale Entfaltungsort – hier darf die reine Meinung rein und auch der Mittelsmann „Chefredakteur“ bleibt außen vor.

Zumindest theoretisch. Posener hat seinen Beitrag „Wir sind Papst!“ dienstags abends ins System gestellt. Ich und viele andere haben ihn am Mittwoch früh gelesen. Ich war angenehm überrascht; es ist einfach auch mal schön, neben vielen dahinplätschernden Wischi-Waschi-Blogs im Internet auch mal lesen zu können, wenn jemand auf die Kacke haut. Und dazu noch auf der Plattform seines Arbeitgebers, dessen Lieblingskind hier kritisiert wird. Ich war erfreut, weil ich mich auf die sicher folgende Diskussion eingestellt hatte. Bald würden sicher zustimmende und kritische Kommentare der Leser folgen, im Büro würde man jeden begrüßen mit „Hast du schon Poseners neuen Text gelesen?“. Es gäbe sicher auch Anerkennung für den Verlag, sich selbst der Kritik zu stellen.

Wie man weiß, kam es ja anders. Am Vormittag klingelte bei der Kollegin das Telefon, ein Gespräch, das nur einige Sekunden dauerte. Dann war Poseners Artikel offline. Ein gefundenes Fressen für Bildblog und viele andere Medienblogs. Vor allem, weil besagte Polemik natürlich sofort wieder im Netz auftauchte. Daten, die einmal sichtbar waren, gehen eben nie ganz verloren. Ein bißchen zynisch, dass Poseners vorheriger Blogeintrag wieder ganz nach oben rutscht: „Wozu Zensur gut ist“ – dabei ging es darum, ob und warum Leserkommentare von den Moderatoren gelöscht werden. Eine andere Ebene, aber vielleicht auch doch dasselbe Problem, wenn im neuen Web die Rollen nicht mehr so klar trennbar sind. Und ich als Moderator kann mich da natürlich nicht herausnehmen.

Posener

Was lernen wir daraus? Springer hat vielleicht erst mal eine Chance vertan. Poseners Artikel ist nun mal nicht mehr zu verstecken, also hätte man im Hause die Zähne zusammenbeißen und seinen Stolz herunterschlucken können und vermutlich auch noch Lob eingefahren, einen selbstkritischen Diskurs offen zu führen. Der Kollege Peter Schink, der hinter dem ganzen Konzept von WELT DEBATTE steht, bloggt privat entsprechend auch:

Doch was sollte mit der Löschung des Postings bezweckt werden? Wenn der Zweck war, ein deutliches Statement abzugeben, dass Welt-Autoren nichts böses über Bild schreiben dürfen, hat es funktioniert. [...] Web 2.0 ist ein komplexes Konstrukt. Und ein Vorgehen wie das gestrige wird schnell bestraft und dient nicht gerade dazu, „Online first“ zu leben und den Verlag im Internet nach vorn zu bringen. (Blog Age)

Genau da könnte auch eine neue Chance liegen: Wenn man dadurch erkennt, dass das ganze Web-2.0-Ding doch nicht so einfach ist. Den Benutzern (und damit meine ich sowohl die bezahlten Schreiber wie Posener als auch die kommentierenden Leser) eine schicke Plattform hinzuwerfen und davon auszugehen, dass alles sich quasi-automatisch nach den eigenen Spielregeln entwickelt, funktioniert ja so nicht. Ich hoffe, das führt hier im Hause nicht dazu, dass man nach gegebener Zeit das Projekt als gescheitert betrachtet. Klar prallen hier zwei Welten aufeinander. Aber es wäre falsch zu erwarten, dass sich dieses Internetdings mit der Zeit schon an die eigene Linie anpassen wird. WELT DEBATTE hat sein erstes kleines Skandälchen. Ich hoffe, der kurze unangenehme Realitätsabgleich erweist sich als hilfreich für die Zukunft.

Eine kleine Medienschau gibts bei Tim Bonnemann, der dankenswerterweise als erster versucht, die Debatte auch auf „DEBATTE“ zu führen.

Programmhinweis: Beatpoeten

Thursday, May 3rd, 2007

Heute abend sind die freundlichen Herren Egge und Costa, genannt Beatpoeten, im Bastard zum Poetry-Slam-Abend zugegen und werden ab 22 Uhr auftreten. Ich könnte vor Ort sein. Und es kann auch sein, dass die Beiden das Thema der kommenden Woche bei „Dürfen wir Ihnen vorstellen…?“ sind, Phillips und meiner Radiosendung die in den nächsten Tagen aus der Semesterpause zurückkehrt.

Alternativ gibts noch ein verkürztes Set von golden diskó ship heute abend als Vorband im Schokoladen in Mitte. Wer das ganze Programm sehen will, sollte sich aber bis zum 11. Mai gedulden, dann gibt’s einen Auftritt im Ausland.

Ja, Mai.

Wednesday, May 2nd, 2007

Bezeichnend mal wieder, wie in Bezug auf den 1. Mai in Berlin von manchen Medien die Sensation gesucht wird, auch wenn sie gar nicht da ist. Mein Frühschicht-Medienkonsum aus „Welt“ und der im selben Hause erscheinenden „B.Z.“ (sowie den Frühstücksfernsehberichten im Ersten und Sat.1, respektive) zeigt: Seriösen Medien ist es eine kurze Meldung wert, die sich in etwa als „Krawall ja, aber es wird immer weniger; nix Besonderes passiert“ zusammenfassen läßt.

Die Sensationspresse von Springer und das Privatfernsehen dagegen wollen’s gern plakativ und so war der Sat.1-Studiomoderator nach seiner geifernd anklagenden Frage an den Außenreporter sichtlich enttäuscht, dass der nur vermelden konnte, dass das Chaos äußerst harmlos ausgefallen war. Die „B.Z.“ schafft es, sich in springerscher Überheblichkeitstradition über Schaulustige zu mokieren, die am Kneipenfenster die Auseinandersetzungen verfolgten (“Na, wie schmeckt das Bier beim Krawallgucken?“), natürlich nicht, ohne selbst die schönsten Farbfotos in Überlebensgröße abzubilden.

Beste Bildunterschrift: Welt Online schreibt zu diesem Bild hier: „Der Mann mit Irokesenfrisur weiß offensichtlich nicht, dass Einkaufswagen nicht brennen.“

revolution, n.: das Kreisen

Tuesday, May 1st, 2007

1. Mai und ich bin in Kreuzberg! Am Ende der Oranienstraße.

Aber halt am anderen. Im Büro.

Völlig unzusammenhängend will ich diese hübsche Geschichte verlinken, in der man erfährt, was einem bei IKEA in Tempelhof passieren kann. Genau das beschriebene Problem hatte ich nämlich auch schon mal.