Tropisches Brandenburg
Tuesday, December 9th, 2008Vergangenen Mittwoch hat Josi ihr Diplomprojekt abgeschlossen, einen sehr wichtigen Teil ihres Hauptstudiums (nach acht Monaten Teamarbeit). Darüber bin auch ich froh, denn vor allem in den letzten Wochen fiel die gemeinsame Freizeit doch eher mager aus. (Für die Note 1,0 hat es sich am Ende aber doch alles gelohnt.)
Bis Donnerstag hatten wir noch Besuch von ihren Eltern, die sich die Präsentation live ansehen wollten, am Freitag gab es noch eine Abschlussparty aller Projektgruppen und dann kam die lange geplante Kurzerholung: Tropical Islands.
So nennt sich eine komplett überdachte Tropen-Schwimmbad- und -Sauna-Welt irgendwo im brandenburgischen Nichts südöstlich von Berlin. Die riesige Halle war einst für den Riesenzeppelin Cargolifter gebaut worden, wurde nach dessen Pleite aber dann zum Riesenschwimmbad umgebaut.
Vorher habe ich mich natürlich noch lang genug darüber lustig gemacht, um hinterher sagen zu können, dass das alles ja gar nicht ernst zu nehmen sei. War aber gar nicht nötig, es war nämlich eigentlich ganz nett da:
Vom Alexanderplatz fährt man etwa 50 Minuten mit dem Regionalexpress, steigt am Bahnhof Brand (Niederlausitz) aus, wo man mit einem Shuttlebus in wenigen Minuten zur Halle gefahren wird. 25,50 Euro pro Person bezahlen (Kombitarif für Schwimmen und Saunabereich), Chiparmband anlegen, fertig.
Den größeren Teil des Geländes, nämlich die tropische Schwimmwelt, kann man sich eigentlich sparen: Zwei riesige Becken mit warmem Wasser, an einem davon ein künstlicher Sandstrand. Dann gibt es noch eine Riesenrutsche, einen Kinderspielplatz, diverse Restaurants und Buden und eine Zaubershow auf einer Bühne im Wasser. Da waren wir zwei Mal kurz im Wasser, so unfassbar toll ist es aber auch nicht. Nett ist noch der Tropenwald mit echten Pflanzen und Tieren und einem 1km langen Fußweg hindurch, aber wer schon mal in einem Zoo war, sollte dafür auch nicht extra mehr bezahlen.
Somit haben wir die meiste Zeit im Sauna- und Wellness-Bereich verbracht, wo es mehrere Saunen und Dampfbäder sowie Ruhebereiche und schicke Nebelduschen gibt. Wir haben einige Aufgüsse mitgemacht und zwischendurch im Sand oder im Whirlpool gelegen. Daran könnte man sich gewöhnen. Da das Tropical Islands 24 Stunden geöffnet hat, kann man dort auch übernachten. Es gibt unterschiedlich teure Optionen, in fest installierten Zelten oder einer schicken Lodge, aber man kann auch einfach am Strand schlafen, was wir auch gemacht haben.
Fazit: Nicht schlecht. Die Thermen in Aachen fand ich noch etwas besser, aber von Berlin aus ist es in die merkwürdige Halle einfach etwas näher. Und wir hatten unseren verdienten 1-Tages-Urlaub.